Gota Biehler
12.01.2017

Erbverzicht gegen Sportwagen ist sittenwidrig

Sittenwidrig ist ein Erbverzicht immer dann, wenn ein erhebliches Ungleichgewicht zu Lasten des Verzichtenden vorliegt. Das war hier der Fall.

Ein Zahnarzt hat seinen Sohn zwei Tage nach dessen 18. Geburtstag einen bereits vorbereiteten Erb- und Pflichtteilsverzichtsvertrag bei einem Notar unterzeichnen lassen. Als Gegenleistung sollte der Sohn im Alter von 25 Jahren und nach abgeschlossener Ausbildung den Sportwagen des Vaters mit 320km/h erhalten. Der Sohn hätte also einen mindestens 7 Jahre alten Gebrauchtwagen für einen umfassenden Erb- und Pflichtteilsverzichtsvertrag erhalten. Allein das hätte m.E. für die Sittenwidrigkeit schon ausgereicht. Hinzu kamen hier die Umstände der Vertragsunterzeichnung. Schon das Landgericht Dortmund hatte zugunsten des Sohnes entschieden. Das Urteil wurde am 08.11.2016 vom OLG Hamm  bestätigt, 10 U 36/15.